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Verkehrsverein Tourismusregion Karlsruhe e.V.
Seminarstr. 12
76133 Karlsruhe

Eröffnung des Exotenhauses: Kleinod mit enormer Strahlkraft im Zoo Karlsruhe

2015 08 01 Exotenhaus1

 

„Mit dem Exotenhaus sind wir in die Champions League vorgestoßen, nach Gondwanaland im Zoo Leipzig ist es das zweitgrößte Haus dieser Art in einen deutschen Zoo “, machte Zooleiter Dr. Matthias Reinschmidt deutlich, wo das Geburtstagsgeschenk zum Zoojubiläum in seiner Bedeutung anzusiedeln ist: Ganz oben in der Attraktivitätsliste von Zoos.

Die Stadtgeschichte zeige, dass besondere Herausforderungen immer wieder durch avantgardistische Lösungen gemeistert wurden, betonte auch OB Dr. Frank Mentrup die Einzigartigkeit bei der Eröffnung am Mittwoch: „Das Tullabad war 1955 beispielgebend für eine völlig neue Hallenbadarchitektur - im ebenso avantgardistischen Exotenhaus lebt nun das Tullabad weiter.“

Es hatte sich herumgesprochen: Nach einigen Verzögerungen und Terminverschiebungen sollte das Exotenhaus hat am 29. Juli seine Tore öffnen. Eine Traube aus Menschen drängte dann kurz vor 15 Uhr ins Haus. „Es ist eine tolle Sache. Man ist begeistert, was aus einem Schwimmbad werden kann. Das wird hier eine echte, kleine Sensation in und für Karlsruhe“, so Mentrup nach dem ersten Rundgang. Gisela Fischer, Stadträtin und Vorsitzende der Zoofreunde Karlsruhe wiederum war erfreut und erleichtert zugleich. „Ich habe noch einmal die Stolpersteine der letzten Jahre Revue passieren lassen und jetzt sehe ich, wie es angenommen wird und sich die Menschen daran erfreuen“.

Das tun sie in der Tat. „Es ist wirklich gelungen. Und es ist gut, dass so ein altes Gebäude genommen wurde“, meinte Waltraud Stopper, die sichtlich angetan in die Atmosphäre eintauchte. Auch Volker Brecevic war überwältigt. „Also ich muss sagen, es ist echt gut. Vor allem die Fledermaushöhle. Hier ist man wirklich hautnah dran. Für Karlsruhe ist das ein Schritt nach vorne“.

Selbst eher skeptische Menschen konnte das Exotenhaus für sich gewinnen. So gab Kirsten Thoma zu: „Also unten habe ich noch gedacht, es könnten sich hier mehr Tiere frei bewegen. Aber als ich an der Galerie angekommen stand und das Faultier gesehen habe, war das schon toll“. Die zwei Faultiere, die knapp über den Köpfen der Besucherinnen und Besuchern auf ihren „Lianenbetten“ lagen und ihrem Namen alle Ehre machten, haben sogar einen Fanclub. Die "Mitglieder" des "Vereins" Faultierfreunde - stilecht ausgerüstet mit Willkommens-Plakaten für die Faultiere - war völlig aus dem Häuschen. „Hauptsächlich sind wir wegen den Faultieren hier, aber auch ansonsten macht alles einen guten Eindruck. Wir haben auch viele süße Tiere gesehen, die wir sonst nicht zu Gesicht kriegen“, sagte ein Vertreter der fünfköpfigen Faultier-„Delegation“.

Schon zu Beginn hat das Exotenhaus eine Strahlkraft, die weit über die Stadt hinaus reicht. So meinte Benno Gmünd aus Gaggenau lachend: „Der erste Eindruck war exotisch. Es ist toll gemacht“. „Ich bin komplett begeistert. Das ist ganz große Klasse“, überschüttete eine Besucherin aus Muggensturm die neue Attraktion mit Lob.

Geöffnet hat das Exotenhaus täglich von 10 bis 18 Uhr - Zeit genug, sich selbst einen bleibenden Eindruck von der Attraktion zu verschaffen.

"Uferlandschaften" mit rund 2.000 Tieren

Unter dem Leitthema „Uferlandschaften“ leben im Exotenhaus rund 2.000 Tiere in etwa 100 Arten - Säugetiere wie Weißgesicht-Sakis, Zweizehen-Faultiere, Rodriguez-Flughunde, Fledermäuse, Krallenaffen und Gürteltiere sowie das Aguti-Paar, die bereits ein Jungtier hat, Vögel - darunter Papageien, Enten- und Taubenarten - sowie Reptilien - etwa die hochbedrohten Stumpfkrokodile, fünf Schildkrötenarten, Warane oder Agamen. Zudem Amphibien und über 40 Fischarten, allesamt Süßwasserfische, darunter Piranhas, Regenbogenfische, Harnischwels und Rochen. Die größte Lebensgemeinschaft bilden die frei in der großen Halle lebenden Tiere.

Auch die Abteilung für Zoopädagogik wird mit dem Exotenhaus dank eigener Veranstaltungsräume groß herauskommen. „Mit dem Programm 2016 starten wir durch“, verspricht deren Leiterin Dr. Ulrike Stephan. Das Exotenhaus soll zu einem Ort der Informations- und Wissensvermittlung werden mit Projekten im Arten-, Natur und Klimaschutz.

Mit eigenen Projekten wird sich der Zoo als Artenschutzzentrum weltweit einbringen, so Zoo-Vize Dr. Clemens Becker. Bereits eingefädelt hat er dies 2014 zusammen mit der KEK für das Exotenhaus, das die Verbindung schafft zu einem Artenschutzprojekt in Ecuador in Mindo Lindo und nun zum Laufen gebracht werden soll: mit Ökozentren, Engagement vor Ort zur Arterhaltung einschließlich Wiederaufforstung von Weidenland.

Ein Übersichtsplan an mehreren Stellen des rund 450 Meter langen Rundwegs erleichtert die Orientierung. Gäste finden diesen auch als Flyer am Eingang des Exotenhauses. Ein Kurzführer stellt zudem einzelne Tiere vor.

Quelle: Pressemeldung PIA Stadt Karlsruhe